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Der Grüne Mann

 
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Waldbaum
Gast





BeitragVerfasst am: 28.02.2009, 13:51    Titel: Der Grüne Mann Antworten mit Zitat

Zitat:
"Das männliche Gegenstück zur Erdgöttin ist der "Grüne Mann", ein Urbild, das man in Sagen, Ritualen, Literatur, und in der Kunst und Architektur der Romantik, Gotik und Renaissance findet. Als der "Herr der Pflanzenwelt" nicht mehr in Form des Gehörnten ausgedrückt werden durfte, begannen verschiedene Formen vom Grünen Mann, dem grünen Heinrich, Green Man und Jack-in-the-Green aufzutauchen. Auch einige der Sagen um Robin Hood stehen mehr oder weniger deutlich zu diesem Urbild in Bezug. (...) Der Grüne Mann, zusammengesetzt aus Blättern und einem Männerkopf, symbolisiert die Einheit der Menschheit und der Pflanzenwelt."


http://www.zaubertoepferei.de/galerie/galerie_gruener_mann.htm

Erst vor kurzem bin ich auf diese Gestalt gestoßen.

Und ich glaube, ein Rest der Erinnerung an diesen Grünen Mann lebt noch in einem Pfingstbrauch in meinem heimatlichen Mittelbaden.

Weiß jemand mehr über diesen "Grünen Mann?
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Feona Malea
Gast





BeitragVerfasst am: 28.02.2009, 17:34    Titel: Antworten mit Zitat

Für mich steht der "Green Man" für den männlichen Aspekt der Natur.

Sprich wirklich - Mutter Erde oder Mutter Natur für den weiblichen Teil und der Grüne Mann für den männlichen Part.

Er ist für mich Verwurzelung, Härte, Kraft, Ausdauer, aber auch ein herber Sanftmut - wie eine väterliche Umarmung.
Für mich hat er mehr mit einem knorrigen Baum zu tun ... viel Alter und Weisheit, viel Kraft, viel Ausdauer ... viel Leben.
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ArionCGN
Gast





BeitragVerfasst am: 01.03.2009, 00:53    Titel: Antworten mit Zitat

Hey - meine ganz individuelle Form von "Göttlich-Sein"....


Auf der einen Seite eine ganz tiefe Form von Weisheit und Erkenntnis, auf der anderen Seite Verspieltsein, Lebensfreude, Lebensenergie pur.....
Die Erkenntnis der lebensnotwendigen Formen von Aggression und die genussvolle Hingabe an Sinnlichkeit....

Die Charge des Gottes:
"[...] denn ich bin das Fleisch der Erde und all ihrer Wesen"

Für mich persönlich triffts das auf den Punkt.


Zuletzt bearbeitet von ArionCGN am 25.05.2009, 08:49, insgesamt einmal bearbeitet
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Éori
Gast





BeitragVerfasst am: 01.03.2009, 14:13    Titel: Antworten mit Zitat

Vom grünen Mann habe ich zum ersten Mal bei Phyllis Curott was gelesen, er hat mich auch gleich angesprochen. Er ist nicht ganz so wild, "macho"-männlich und fordernd wie der Sonnen- und Himmelsgott, sondern wirklich viel sanftmütiger und irgendwie auch humorvoller. Das Bild vom alten knorrigen Baum triffts echt gut, auch das mit der väterlichen Umarmung. Ich glaube, es ist eine mythologische Figur vornehmlich keltischen Ursprungs, die die christliche Missionierung besonders durch ausschmückende Abbildungen in Kirchen überlebt hat. Man findet solche runden Schlusssteine mit dem Relief eines Gesichts in Eichenlaub auch in spätromanischen Kirchen in Deutschland (z.B. hier . In einer Abtei in Heilbronn hab ich solche Steine auch schon gesehen. Das ist ein sehr schönes Beispiel dafür, wie das Alte auch im Neuen zu überleben weiß. Was ist denn das für ein Brauch, den du da ansprichts, Waldbaum?

lg

Ben
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Delian
Gast





BeitragVerfasst am: 01.03.2009, 14:44    Titel: Antworten mit Zitat

Der grüne Mann und der Sonnengott sind für mich die zwei Aspekte des Männlichen in der Natur:

Sie beide werden von der Erdmutter geboren (Sonnenaufgang am Horizont = Morgen, Osten, Frühling; der Keimling, der aus der verwurzelten Erde aufsprießt).

Beide erheben sich über die Mutter Erde (Sonne steigt hoch, Pflanzen wachsen hoch), beide erreichen einen Höhepunkt, ab dem sie wieder zur Neige gehen und sich zur Mutter Erde vereinigen (Sonnenuntergang = Abend, Herbst; das Verwelken der Blätter und das herunterfallen der Früchte).

Sie beide verbringen die Dunkelheit in ihrem sicheren Schoß, von ihr geborgen (Sonne unterhalb des Horizonts in der Nacht = Norden; verwelkte Vegetation im Winter, die teilweise sogar von Schnee zugedeckt wird).

Der Sonnengott ist für mich der Vatergott, der sich mit der Mutter Erde vereint und den grünen Mann erschafft; gleichzeitig ist der grüne Mann aber auch der Gott selbst, der zusammen mit dem Sonnengott geboren wird, in Frühling und Sommer zunimmt, im Herbst stirbt und im Winter im verborgenen lebt.
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2Wölfe
Gast





BeitragVerfasst am: 02.03.2009, 07:57    Titel: Antworten mit Zitat

In "Circle Round" con Starhwak und Co, das ich gerade lese, heißt es, der Grüne Mann sei der Aspekt des Gottes, der im Frühling alles grünen läßt (klar), wobei sie auch dem Gott drei Aspekte zuschreiben wie der Göttin: der Grüne Mann wäre damit die aufgehende Sonne, der zunehmende Mond, der junge Mann.
Mich würde auch interessieren, welcher Brauch in Baden noch darauf hinweist?
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Delian
Gast





BeitragVerfasst am: 02.03.2009, 08:29    Titel: Antworten mit Zitat

Ich glaube, ich habe es gefunden:

Bräuche, die in manchem Orten zum 1. Mai begangen werden, werden andernorts zu Pfingsten begannen. Während es im Rheinland die Maibäume gibt, die festlich geschmückt und in die Dorfmitte gestellt werden, wird das in anderen Orten zu Pfingsten zelebriert.

Eine besondere Variante ist dabei der "Pfingstkönig". Aus grünen Zweigen wird eine Figur geflochten, die ins Zentrum gestellt wird und um die getanzt wird.

Hier mal ein Beispiel mit Bildern:

http://patzmannsdorf.heim.at/Pfingstkoenig08.htm

Manchmal werden auch junge Männer zum Pfingstkönig gewählt (entsprechend dem Maikönig im Rheinland), der in grüne Blätter gekleidet wird:

http://www.kikisweb.de/spezial/pfingsten/brauch/pfingstkoenig.htm

Ähnliche Bräuche gibt es wie gesagt auch zum 1. Mai im Rheinland und zur Sommersonnenwende in Skandinavien (Johannistag, eigentlich 21. Juni; durch kalendarischen Wechsel 24. Juni).

Ich halte es für sehr wahrscheinlich, dass dahinter heidnische Bräuche stehen, die überlebt haben. Vor allem das schmücken von Bäumen und das umtanzen von ihnen ist eine Parallele, die man überall in diesen Sommerbräuchen findet.


Zuletzt bearbeitet von Delian am 02.03.2009, 14:22, insgesamt einmal bearbeitet
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Éori
Gast





BeitragVerfasst am: 02.03.2009, 12:22    Titel: Antworten mit Zitat

Das sind mal schöne Bräuche. Smilie
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Waldbaum
Gast





BeitragVerfasst am: 03.03.2009, 10:52    Titel: Antworten mit Zitat

Bendise hat Folgendes geschrieben:
Was ist denn das für ein Brauch, den du da ansprichts, Waldbaum?



Das ist dieser Pfingstkönig, von dem Delian später noch so gut und aisführlich geschrieben hat. Ich kann mich diesen Worten einfach mal anschließen. Smilie
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